Zusatzstoffe im Hundefutter: Was 3a, 3b und E-Nummern bedeuten
Kennnummern, chemische Namen, Milligramm: Den Block „Zusatzstoffe“ überlesen die meisten. Was dort stehen muss, was fehlen darf und wie du die Zahlen bei Nassfutter einordnest.
Das Wichtigste in Kürze
- Jeder Zusatzstoff im Hundefutter braucht eine EU-Zulassung; die Kennnummer verrät die Kategorie, zum Beispiel 3a für Vitamine und 3b für Spurenelemente.
- Mit Name oder Kennnummer und Menge müssen vor allem Zusatzstoffe mit Höchstgehalt aufs Etikett, etwa Vitamin D3 und Zink.
- Angegeben ist die zugesetzte Menge je kg Futter; bei Nassfutter wirkt sie wegen des Wassers rund viermal kleiner als bei Trockenfutter.
- Zusatzstoffe ohne Höchstgehalt dürfen enthalten sein, ohne auf dem Etikett zu stehen – außer bei Aromastoffen muss der Anbieter sie auf Anfrage nennen.
- Alleinfutter ganz ohne zugesetzte Vitamine und Spurenelemente deckt den Bedarf selten: In einer Behördenuntersuchung fielen alle acht Futter dieser Art durch.
Inhalt
Im Zusatzstoff-Block steht, ob ein Futter mit Vitaminen und Spurenelementen ergänzt wurde; bei einem Alleinfuttermittel lohnt sich deshalb ein genauer Blick. Die Grundlagen stehen im großen Überblick Nassfutter für Hunde.
Was sind Zusatzstoffe im Hundefutter – und wer lässt sie zu?
Zusatzstoffe sind Stoffe, die einem Futter gezielt zugesetzt werden, damit sie eine bestimmte Aufgabe erfüllen: Nährstoffe ergänzen, binden, färben. In der EU darf nur verwendet werden, was nach der Verordnung (EG) Nr. 1831/2003 zugelassen ist.
Jeder zugelassene Stoff steht im öffentlichen EU-Register der Futtermittelzusatzstoffe und trägt eine Kennnummer. Ihr Anfang verrät Kategorie und Funktionsgruppe: 3a671 ist ein Vitamin, 1f499 ein Geliermittel. Die Verordnung kennt fünf Kategorien.
| Kategorie | Wozu | Beispiele auf Hundefutter |
|---|---|---|
| Technologisch (Kennnummer beginnt mit 1) | Haltbarkeit, Konsistenz, Verarbeitung | Geliermittel wie Cassia-Gum (1f499), Verdickungsmittel, Antioxidationsmittel, Konservierungsmittel |
| Sensorisch (2) | Farbe, Geruch, Schmackhaftigkeit | Farbstoffe, Aromastoffe |
| Ernährungsphysiologisch (3) | Nährstoffe ergänzen | 3a Vitamine, 3b Spurenelemente, 3c Aminosäuren |
| Zootechnisch (4) | Verdauung und Darmflora beeinflussen | Darmflorastabilisatoren (Probiotika) |
| Kokzidiostatika und Histomonostatika (5) | Mittel gegen bestimmte Darmparasiten | keine – im Register nur für Geflügel und Kaninchen zugelassen |
Und die E-Nummern? Sie stammen aus älteren Zulassungen. Carrageen steht im Register noch als E 407, Guarkernmehl als E 412; beide gehen auf eine Richtlinie von 1985 zurück, die Neubewertung ist beantragt. Stoffe, die nach dem heutigen Recht zugelassen werden, bekommen Kennnummern nach dem neuen Schema.
Welche Zusatzstoffe müssen auf dem Etikett stehen?
Nicht alle. Die Verordnung (EG) Nr. 767/2009 regelt die Kennzeichnung von Heimtierfutter in Anhang VII in drei Stufen:
- Pflicht mit Name und/oder Kennnummer, zugesetzter Menge und Funktionsgruppe: Zusatzstoffe, für die bei mindestens einem Heimtier ein Höchstgehalt festgelegt ist (zum Beispiel Vitamin D3, Zink, Jod, Cassia-Gum), alle zootechnischen Zusatzstoffe, Stoffe über ihrem empfohlenen Höchstgehalt und alles, was die Verpackung in Wort oder Bild hervorhebt.
- Nur die Funktionsgruppe: Bei Konservierungsmitteln, Antioxidationsmitteln, Farbstoffen und Aromastoffen genügt selbst dann das Wort, etwa „Antioxidationsmittel“, wenn für den Stoff ein Höchstgehalt gilt. Welcher Stoff es ist, erfährst du auf Anfrage.
- Freiwillig: Alle übrigen Zusatzstoffe. Bezeichnung, Kennnummer und Funktionsgruppe muss dir das auf dem Etikett als verantwortlich genannte Unternehmen auf Anfrage mitteilen – nur für Aromastoffe gilt das nicht.
Ein fehlender Eintrag heißt nicht automatisch, dass nichts zugesetzt wurde. Zusatzstoffe ohne festgelegten Höchstgehalt dürfen im Futter sein, ohne auf dem Etikett zu stehen. Wenn du es genau wissen willst, frag schriftlich nach: Die Auskunft steht dir als Käuferin oder Käufer laut Verordnung zu.
Wichtig für alle Zahlen im Block: Angegeben wird die zugesetzte Menge, bei Spurenelementen als Menge des Elements („Zink“), nicht der Verbindung. Was Fleisch und Innereien von Natur aus mitbringen, kommt obendrauf und steht nirgends. Wie der Rest des Etiketts aufgebaut ist, erklärt unser Artikel Hundefutter-Deklaration lesen.
Was bedeuten 3a und 3b? Fünf Angaben entschlüsselt
3a steht für Vitamine, Provitamine und ähnlich wirkende Stoffe, 3b für Verbindungen von Spurenelementen. Die Ziffern dahinter bezeichnen den einzelnen Stoff in genau der Form, in der er zugelassen ist. Als Beispiel dient unsere eigene Dose; alle fünf Kennnummern haben wir im EU-Register nachgeschlagen. Die rechte Spalte beschreibt den Nährstoff allgemein, nicht eine Wirkung unseres Futters.
| Angabe je kg | Kennnummer und Form | Wozu der Hund es braucht |
|---|---|---|
| Vitamin E 30 mg | 3a700i: all-rac-alpha-Tocopherylacetat als feste Zubereitung | Schutz der Zellen vor oxidativen Schäden |
| Vitamin D3 200 I.E. | 3a671: Cholecalciferol | Calcium- und Phosphorhaushalt, Knochen |
| Zink 15 mg | 3b605: Zinksulfat, Monohydrat | Enzyme, Zellteilung, Haut, Wundheilung |
| Mangan 3 mg | 3b503: Mangan-(II)-sulfat, Monohydrat | Enzyme, Knochenentwicklung, Nervenfunktion |
| Jod 0,75 mg | 3b202: Calciumjodat, wasserfrei | Schilddrüsenhormone, Stoffwechselrate |
Das kleine „i“ bei Vitamin E ist kein Tippfehler. Seit 2023 unterscheidet die EU drei Einträge: 3a700 ist flüssiges all-rac-alpha-Tocopherylacetat, 3a700i eine feste Zubereitung mit mindestens 50 % davon, 3a700ii die Variante aus Pflanzenölen (RRR-alpha-Tocopherylacetat).
Warum reichen Fleisch und Innereien allein nicht?
Fleisch und Innereien liefern viele Nährstoffe, aber nicht jeden in ausreichender Menge. Das MSD Veterinary Manual nennt Jodmangel ausdrücklich als Risiko fleischlastiger Rationen und warnt, dass Rationen aus wenigen Zutaten oft unzureichend sind. Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) ergänzt: Beim Erhitzen und Lagern gehen zusätzlich Vitamine verloren. Was Innereien im Hundefutter im Einzelnen beitragen, steht in einem eigenen Artikel.
Der Vitamin-E-Bedarf hängt laut FEDIAF davon ab, wie viele mehrfach ungesättigte Fettsäuren ein Futter enthält – ein Grund, warum Rezepturen mit Öl Vitamin E ergänzen (mehr dazu unter Karotte, Kartoffel und Leinöl im Hundefutter). Ehrlich gesagt ist die Datenlage nicht bei jedem Stoff gleich gut: Für Mangan verzeichnet der US-Forschungsrat NRC keine Mangelstudien am Hund. Die Zugabe folgt hier Empfehlungen, nicht beobachteten Mangelfällen.
Warum stehen „Mineralstoffe“ in der Zusammensetzung und nicht bei den Zusatzstoffen?
Weil Stoffe wie Calciumcarbonat rechtlich keine Zusatzstoffe sind, sondern Einzelfuttermittel – also Zutaten. Der EU-Katalog der Einzelfuttermittel führt ein eigenes Kapitel „Mineralstoffe und daraus gewonnene Erzeugnisse“; Calciumcarbonat (Kalkstein) trägt dort die Nummer 11.1.1.
Bei Heimtierfutter darf statt der genauen Bezeichnung die Kategorie stehen. Deshalb liest du in vielen Zutatenlisten nur „Mineralstoffe“. Faustregel: Mengenelemente wie Calcium kommen meist über die Zusammensetzung ins Futter, Spurenelemente wie Zink oder Jod über den Block „Zusatzstoffe“. Welche Mineralstoffe gemeint sind und wie viel davon, verrät das Wort nicht. Einen Hinweis gibt die Rohasche; wie du sie liest, zeigt der Artikel Analytische Bestandteile im Hundefutter.
Wie viel ist genug – und ab wann ist es zu viel?
Nach unten orientieren sich Hersteller an den Empfehlungen des europäischen Heimtierfutterverbands FEDIAF, nach oben setzt das EU-Recht für mehrere Nährstoffe Höchstgehalte. Die FEDIAF-Werte sind empfohlene Mindestgehalte für Fertigfutter mit Sicherheitszuschlag, keine Optimalwerte.
| Nährstoff | FEDIAF-Minimum je kg TS | EU-Höchstgehalt je kg TS | Höchstgehalt laut Verordnung (88 % TS) |
|---|---|---|---|
| Vitamin D3 | 552 I.E. | 2.270 I.E. | 2.000 I.E. |
| Vitamin E | 36 I.E. | keiner | keiner |
| Zink | 72 mg | 227 mg | 200 mg |
| Mangan | 5,8 mg | 170 mg | 150 mg |
| Jod | 1,1 mg | 11 mg | 10 mg |
| Kupfer | 7,2 mg | 28 mg | 25 mg |
| Selen | 0,23 mg (Nassfutter) | 0,57 mg | 0,5 mg |
TS bedeutet Trockensubstanz, also das Futter ohne Wasser. Die Mindestwerte gelten für ausgewachsene, normal aktive Hunde (110 kcal je kg Stoffwechselgewicht); für wenig aktive Hunde setzt FEDIAF sie gut 15 % höher an. Die Höchstgehalte der Spurenelemente gelten für den Gesamtgehalt einschließlich dessen, was die Zutaten mitbringen. Für Jod nennt die Zulassung bei Hunden zusätzlich einen empfohlenen Höchstgehalt von 4 mg je kg Alleinfutter.
Warum sehen die Zahlen bei Nassfutter so klein aus?
Die Angabe „je kg“ bezieht sich auf das Futter, wie es in der Dose ist, also mit Wasser. Ein Rechenbeispiel mit einer Beispieldose mit 78 % Feuchtigkeit (ein typischer Beispielwert, nicht der Laborwert unserer Dose): Sie enthält 22 % Trockensubstanz. 200 I.E. Vitamin D3 je kg geteilt durch 0,22 ergeben 909 I.E. je kg Trockensubstanz. Ein Trockenfutter mit 10 % Feuchtigkeit bräuchte 800 I.E. auf dem Etikett, um auf fast denselben Wert zu kommen (889 I.E.).
Für den Vergleich mit dem Höchstgehalt rechnest du auf 88 % Trockensubstanz um: 200 × 88 ÷ 22 = 800 I.E. je kg, weit unter 2.000. Auf reine Trockensubstanz gerechnet (15 ÷ 0,22) ergeben 15 mg Zink 68 mg je kg – knapp unter dem FEDIAF-Minimum von 72 mg. Das zeigt die Grenze der Etikettenangabe: Der Zusatz allein sagt nicht, ob der Gesamtgehalt passt. Das natürliche Zink aus dem Fleisch kommt dazu, und wie viel das ist, klärt nur eine Analyse.
Welche technologischen und sensorischen Zusatzstoffe stecken in Nassfutter?
Vor allem Gelier- und Verdickungsmittel; Konservierungsmittel sind in einer sterilisierten Dose in der Regel nicht nötig. Geliermittel geben dem Futter durch Gelbildung eine feste Form, Verdickungsmittel machen Soße sämiger und verhindern, dass sich die Bestandteile trennen.
Cassia-Gum (1f499) ist für Hunde und Katzen bis Dezember 2029 zugelassen, mit höchstens 13.200 mg je kg Alleinfutter (88 % TS), nur in Futter mit mehr als 20 % Feuchtigkeit und nur zusammen mit Carrageen. Wegen des Höchstgehalts muss es auf dem Etikett stehen. Carrageen (E 407) und Guarkernmehl (E 412) sind laut Register weiter zugelassen.
Haltbar wird die Dose durch Hitze. Das Garen im verschlossenen Behälter tötet Keime ab, die Verpackung hält Luft fern. „Ohne Konservierungsstoffe“ ist bei Dosenfutter deshalb der Normalfall und kein besonderes Qualitätsmerkmal.
Sensorische Zusatzstoffe sind Farbstoffe, die ein Futter färben oder seine Farbe wiederherstellen, und Aromastoffe, die Geruch oder Schmackhaftigkeit verbessern. Den Begriff „Lockstoffe“ kennt die Verordnung nicht; gemeint sind damit nach unserem Verständnis Aromastoffe.
Was bedeutet „Hundefutter ohne Zusatzstoffe“?
Nach unserer Beobachtung meint die Werbung damit meist: ohne Farb-, Aroma- und Konservierungsstoffe. Wurden tatsächlich auch keine Vitamine und Spurenelemente zugesetzt, solltest du genau hinsehen, sobald „Alleinfuttermittel“ auf der Packung steht.
Das LGL hat zwischen 2023 und 2025 insgesamt 17 als Alleinfuttermittel deklarierte Hunde- und Katzenfutter untersucht. Von den acht Futtern ohne deklarierte Zusatzstoffe erfüllte keines alle Bedarfswerte, von den neun mit Zusatzstoffen waren fünf geeignet. Am häufigsten fehlte Zink. Die Stichprobe ist klein, die Richtung aber eindeutig – und sie zeigt auch, dass Zusatzstoffe allein keine Garantie sind. Was die Bezeichnung rechtlich verlangt, steht im Artikel Alleinfuttermittel oder Ergänzungsfuttermittel.
Sind synthetische Vitamine schlechter als natürliche?
Belege dafür, dass synthetisch hergestellte Vitamine im Futter Hunden schaden oder schlechter versorgen, haben wir nicht gefunden. Fest steht nur, dass sich die Formen je Milligramm in ihrer Wirksamkeit unterscheiden.
Beispiel Vitamin E: Das all-rac-alpha-Tocopherylacetat wird laut Zulassung durch chemische Synthese hergestellt, die RRR-Form aus pflanzlichen Ölen. Für die Kennzeichnung gilt: 1 mg der synthetischen Form entspricht 1 I.E., 1 mg der RRR-Form 1,36 I.E. Die pflanzliche Form wirkt also je Milligramm stärker; ausgeglichen wird das über die Dosierung. Auch Vitamin D3 (3a671) ist ein chemisch synthetisiertes Cholecalciferol. Bei Spurenelementen passt das Begriffspaar kaum: Zinksulfat oder Calciumjodat sind Mineralsalze.
Checkliste: So liest du den Zusatzstoff-Block in 30 Sekunden
- Steht „Alleinfuttermittel“ auf der Packung? Dann sollte es einen Block „Zusatzstoffe“ mit Vitaminen und Spurenelementen geben. Fehlt er, frag nach, wie der Bedarf gedeckt wird.
- Such nach 3a (Vitamine) und 3b (Spurenelemente). Vitamin D3, Zink und Jod sind typische Einträge. Fehlen Kupfer oder Selen, müssen sie aus den Zutaten kommen.
- Lies die Mengen als Zusatz je kg Futter, nicht als Gesamtgehalt.
- Vergleichst du Nass- mit Trockenfutter, rechne zuerst auf Trockensubstanz um: Wert geteilt durch den Trockensubstanzanteil.
- Wörter wie „Farbstoffe“, „Aromastoffe“ oder „Antioxidationsmittel“ nennen nur die Funktionsgruppe. Den genauen Stoff bekommst du bei Farbstoffen, Konservierungs- und Antioxidationsmitteln auf Anfrage; bei Aromastoffen besteht dieser Anspruch in der Regel nicht.
- Steht nichts zu technologischen Zusatzstoffen da, ist das kein Beweis, dass keine enthalten sind. Frag schriftlich nach.
Was steckt in unserem Futter – und was wissen wir nicht?
Unser Rind mit Karotte & Kartoffel deklariert die fünf ernährungsphysiologischen Zusatzstoffe aus der Tabelle oben: Vitamin E, Vitamin D3, Zink, Mangan und Jod. Es enthält keine Lockstoffe und keinen Zucker. Zur Ehrlichkeit gehört: Die beiden Vitamine sind synthetisch hergestellte Formen. Kupfer und Selen stehen nicht unter den Zusatzstoffen; was davon im Futter steckt, kommt aus den Zutaten, etwa aus Leber und Niere.
Über technologische Zusatzstoffe können wir nichts behaupten, was über das Etikett hinausgeht – und oben steht, warum ein Etikett allein hier nichts beweist. Bestätigte Laborwerte liegen uns noch nicht vor, deshalb nennen wir keine Gesamtgehalte. Auch „Mineralstoffe“ ist auf unserem Etikett nicht weiter aufgeschlüsselt. Jede Dose trägt eine Chargennummer; das Prüfprotokoll gibt es auf Anfrage, mehr dazu unter Qualität & Chargen.
Wann solltest du zum Tierarzt?
Zusatzstoffe im Alleinfutter sollen auf den Tagesbedarf abgestimmt sein. Kritisch wird es vor allem, wenn zusätzlich ergänzt wird oder dauerhaft etwas fehlt.
- Bevor du zu einem Alleinfutter zusätzlich Vitamin-D-, Zink- oder andere Mineralpräparate gibst: Zu viel Vitamin D führt laut MSD Veterinary Manual zu erhöhten Calcium- und Phosphatwerten im Blut und zu nicht umkehrbarer Verkalkung von Weichteilen.
- Sofort, wenn dein Hund ein Vitamin-D-Präparat erwischt hat oder nach einer Ergänzung Appetitlosigkeit, Schwäche, Erbrechen, Durchfall oder auffällig viel Trinken und Urinieren zeigt.
- Bei anhaltenden Hautveränderungen, besonders bei Siberian Husky und Alaskan Malamute: Bei diesen Rassen kann die Zinkaufnahme im Darm erblich gestört sein (zinkreaktive Dermatose). Diagnose und Dosierung gehören in tierärztliche Hand.
- Wenn du dauerhaft selbst zusammengestellte Rationen oder ein Futter ohne zugesetzte Vitamine und Spurenelemente fütterst: Lass die Ration von deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt durchrechnen.
Häufige Fragen
Sind Zusatzstoffe im Hundefutter schädlich?
Pauschal nein. Jeder Zusatzstoff braucht eine EU-Zulassung, und für Stoffe wie Vitamin D3, Zink, Jod oder Selen gelten Höchstgehalte. Das Risiko liegt eher in der Menge: zu wenig bei Futtern ohne Ergänzung, zu viel bei zusätzlichen Präparaten.
Was ist der Unterschied zwischen Zusatzstoffen und analytischen Bestandteilen?
Zusatzstoffe sind das, was der Hersteller gezielt zugesetzt hat, angegeben als zugesetzte Menge je kg. Analytische Bestandteile sind die deklarierten Gehalte des fertigen Futters; bei Alleinfutter für Hunde sind das Rohprotein, Rohfaser, Rohfett und Rohasche. Vitamine dürfen wahlweise auch dort als garantierte Gesamtmenge stehen.
Ist Cassia-Gum im Hundefutter bedenklich?
Cassia-Gum ist in der EU als Geliermittel für Hunde und Katzen zugelassen, derzeit bis Dezember 2029. Erlaubt ist nur gereinigte Ware mit weniger als 0,5 mg Anthrachinonen je kg und höchstens 13.200 mg je kg Alleinfutter (88 % Trockensubstanz). Bei diesem Höchstgehalt sah die EU-Lebensmittelbehörde EFSA keine nachteiligen Auswirkungen auf die Tiergesundheit.
Was bedeutet I.E. bei Vitaminen?
I.E. steht für Internationale Einheiten, ein Maß für die Wirksamkeit statt für das Gewicht. Bei Vitamin D3 entsprechen 40 I.E. einem Mikrogramm Cholecalciferol. Bei Vitamin E entspricht 1 mg all-rac-alpha-Tocopherylacetat 1 I.E.
Wo kann ich eine Kennnummer wie 3b605 nachschlagen?
Im EU-Register der Futtermittelzusatzstoffe, das die Europäische Kommission online führt. Dort gibst du die Kennnummer ein und siehst Bezeichnung, Kategorie, zugelassene Tierarten und die Zulassungsverordnung. Rechtlich bindend ist die jeweilige Verordnung, das Register dient der Information.
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